Als ich im Januar 2024 nach Ewigkeiten mal wieder einen Bleistift in der Hand hielt, fiel es mir schwer, damit etwas anzufangen. Man ist das Tippen einer Tastatur gewohnt und manchmal nutzt man Füller, Kugelschreiber oder andere Stifte, um sich Notizen zu machen. Beim Bewegungsablauf jedoch hält man den Stift ziemlich weit vorne und macht kleine Bewegungen, um Buchstaben zu formen. Wenn man jedoch klassisch Zeichnen lernt, muss man den Stift in der Mitte oder beim Schraffieren vielleicht sogar noch weiter hinten anfassen. Und dann geht es um lange Linien, um S-Formen, Kurven, Ellipsen und immer wieder Kreise. Wer wie ich vorher noch nie klassisches Training hatte, muss erstmal einen komplett neuen Bewegungsablauf ins muscle memory bekommen. Sehr dabei geholfen hat mir ein mechanical pencil, weil der so leicht ist, und sich wie ein ganz neues, unbekanntes Werkzeug anfühlte. Zumindest in den ersten Monaten. Momentan ist diese fehlende Praxis meine größte Schwäche. Es werden noch tausende Stunden vergehen, ehe Qualität und Strichstärke meiner Linien wirklich flüssig und geschmeidig aufs Blatt kommen. Parallel übe ich auch genau diese Bewegungen mit der Maus am Computer zu zeichnen. Da Linien und Strichstärke nun einmal die Basis von allem sind, sehe ich hier noch mein größtes Potenzial für Verbesserung. Ebenfalls Probleme bereiten mir Proportionen und Perspektive im Raum. Hier geht es aber eher um Mathematik und auswendig lernen und weniger um die Feinmotorik meiner Hand. Das sollte sich durch Wiederholung irgendwann einprägen. Vermutlich muss ich mir auch extra Bücher zum Thema Perspektive kaufen. In Krita kann man perspektivische Gitter einstellen, aber analog muss ich das alles per Hand manuell eintragen, was lästig, aber notwendig erscheint. In 11 Monaten habe ich auch zwei große Stärken entdeckt. Erstens wäre da mein Durchhaltevermögen. Wenngleich alles am Anfang doof aussieht, mache ich weiter brav Übungen und Skizzen. Aber die erfreulichste Entdeckung des Jahres ist, dass ich viel besser beobachten und abzeichnen/ nachzeichnen kann, als bislang gedacht. Es hilft ungemein, wenn ich coole Charaktere aus Anime und Manga abzeichne. Und mir ist aufgefallen, dass ich ein Auge für Licht und Schatten und Stimmmung habe. Mein nächster Schritt wird nun sein, Charakter-Posen in räumlicher Perspektive zu zeichnen.
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