Montag, 8. April 2024

Etwas endet, etwas beginnt

Das Rad der Zeit dreht sich, Dinge geschehen, und wir sind alle nur Puppen in einer Welt, die niemand so ganz durchschauen kann. In diesem Sinne entsteht erneut, wieder einmal oder doch nur vorübergehend, ein neuer Blog, wer weiß, wer weiß. Die Fäden des Schicksals sind mächtig. Und wer gestrandet an neuen Ufern, ohne Schiff und Mannschaft und legendäre Ausrüstung erneut die ersten Schritte wagt, sollte nicht allzu kühne Gedanken in den Wind werfen. Das klingt hochtrabend, doch warum nicht nach den Sternen zielen, wenn hier unten am Boden das bunte Treiben des Lebens, dieses endlos erscheinende Spiel, so schnell vorüberzieht?

Wieder einmal präsentiere ich Lesern meine Texte. Macht es gut, diverse Foren dieses Internets, und Adieu Tagebuch, du musst ein wenig ohne mich auskommen, denn ich werde manche Gedanken nun hier unterbringen. Und was ist dieses 'hier'? Ich mache es kurz und schmerzlos und stelle die Idee und den Inhalt hinter diesem Blog "Feder und Fasan" vor. Das nur, damit wir alle über meine Vorstellungen und Ziele in ein paar Jahren im Rückblick lachen können. Der Schwerpunkt des Blogs soll vorwiegend auf Büchern liegen. Klassiker der Weltliteratur, Krimis, Fantasy und Science Fiction. Während das umfangreiche Lesen von Klassikern erst ein jüngeres Hobby von mir ist, gehe ich mit Fantasy zurück zu den Wurzeln. Das erste Genre, welches mich zu einem hardcore Leser machte, damals, bevor social media und die letzten circa 8 Jahre politische Verschiebungen nach rechts in der Welt, die Aufmerksamkeitsspanne massiv störten.

Ich hatte schon einmal einen Blog damals, er hieß, so meine ich mich zu erinnern, Kunstmut. Neben diversen Schreibratgeber-Tipps und einigen Reviews zu Filmen und Büchern hatte ich auch einige sehr intime 'lass mich über Kraut und Rüben philosophieren' Momente. Mein Schreibstil war damals schon sehr gut, aber mir fehlte es an mehr kernigen und glasklaren Inhalten. Indem ich den Fokus auf die genannten Buch-Genres lege und hoffentlich genug Reviews auch auf goodreads rüberkopieren kann, ist dieses Mal die Kontur deutlicher zu erkennen.

Das soll jedoch freilich nicht alles sein. Meine Erfahrung mit diversen Foren und social media hat mir in den letzten Jahren gute Einblicke gegeben, was Menschen in ihren Leben machen und denken. Ich konnte so für mich herausfinden, was mir daran gefiel, was ich positiv erfasste und mit auf meinen Weg nahm, und ich erhielt Einblicke in vielerlei Dinge, die mich geradezu abstießen und teils negativ frustrierten. Es hat seine Gründe, warum ich jetzt wieder vorwiegend auf Einbahnstraße schalte. Gewiss, man kann immer noch mit mir über den einen oder anderen Kanal kommunizieren. Für den Moment halte ich noch das kleine Feuerchen auf Twitter/ X am laufen. Aber ich schätze, hier werde ich vorerst keine Kommentarfunktion einschalten. Ich liebe Diskussionen, aber um selber auf meinem Weg voran zu kommen, bricht jetzt das Jahrzehnt des Inhalts an. Ewige Sinnsuche und wohlmeinender Streit, das war 2014 bis 2024. Jetzt beginnt das Jahrzehnt, indem ich in die Tiefe abtauche.

Zunächst einmal werde ich viel mehr lesen und endlich auch mal wieder Bücher durchlesen und kritisch durchdenken. Goodreads sagt, dass ich aktuell bei circa 170 gelesenen Büchern stehe. Diese Zahl würde ich gerne auf 250 erhöhen. Und dann schaue ich weiter. Erfahrungen mit Literatur-Plattformen haben mir gezeigt, dass fast alles subjektives Empfinden ist. Sofern man Meinungen und Vorstellungen hat, werden immer Menschen widersprechen oder sich empören. So viele Adjektive wurden bereits gegen mich verwendet, dass ich vieles bereits wieder vergessen habe. Es spielt am Ende des Tages sowieso keine Rolle. Was kümmert es Leser, wenn sich die Kreativen gegenseitig mit Schwert und Schild rhetorisch duellieren? Man kann durchaus so einiges Wertvolle lernen und in Erfahrung bringen, wenn man sich mit Menschen unterhält, die ein ganz anderes Weltbild haben als man selbst. Diese Erfahrungen möchte ich auch nicht missen.

Gleichwohl ist das Leben endlich und den eigenen Geschmack, die eigenen Vorstellungen und Ziele muss letztlich jeder für sich selbst abstecken. Ich habe ein klares Bild, was ich gerne lese und in welchem Stil und welchen Genres ich als Autor literarisch schreibe. Wie ich das hier auf dem Blog einbinde, weiß ich noch nicht. Aber früher oder später will ich die Zahl meiner Kurzgeschichten auf zehn erhöhen (dann fünfzehn und so weiter). Und meine diversen angefangenen Roman-Manuskripte werden sorgfältig von mir durchgesehen, überarbeitet und dann zu Ende gebracht. Man mag es als Arroganz werten, dass ich das Interesse daran verloren habe, mir Anfänger-Texte von minderwertiger Qualität durchzulesen. Das war einmal in meinen Zwanzigern. Damals gab es aber auch noch Plastikstrohhalme. Die Uhr tickt, Fasan zieht weiter, der Sultan hat Durst.

Falls der Blog funktioniert, wie ich mir das vorstelle, werde ich noch zwei weitere Sachen mit einpflegen. Neben dem literarisch hochgegriffenen Zeug. Zum einen übe und spiele ich seit über zehn Jahren Gitarre. Und seit mindestens acht Jahren übe ich auch immer wieder singen und spielen gleichzeitig. Diese Ausflüge in Blues, Folk und Irish wollte ich schon länger dokumentieren. Hin und wieder habe ich auf youtube Demos hochgeladen. Besseres Lernmaterial für die klassische Gitarre hat jetzt jedoch viel geändert. Qualität und Anspruch auf Qualität, zwei Perspektiven, die für mich in den letzten zwei Jahren immer wichtiger und wertvoller wurden. Ich möchte das disziplinierter angehen. Und die Früchte der harten Arbeit werde ich uploaden und dann kann sich der geneigte Leser das gerne anhören.

Die dritte Sache im Bunde ist mein neuestes Projekt für 2024. Ganz frisch und aus einem simplen Gedanken geboren: Wenn all die Zeichner und Artists auf Twitter, Twitch, Youtube und so weiter sagen, dass es nicht um Talent geht, sondern um Training, dann, ja, dann sollte ich nach 300h üben ja logischerweise Fortschritte sehen. Ich liebe Zeichnungen im Manga-Stil, mag aber auch Bleistift-Zeichnungen von Gebäuden wie Burgruinen. Wenn ich auch hier fleißig übe, kann ich nach und nach Zeichnungen und den kreativen Prozess dahinter erläuternd kommentieren. Der Schwerpunkt wird jedoch bei meinen gelesenen Büchern liegen und was ich subjektiv-emotional dazu zu schreiben habe. Bei den tausenden guten Romane da draußen, sollte mir der Stoff für diesen Blog nicht ausgehen.

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